Alle Toten fliegen hoch, Amerika – Joachim Meyerhoff

Schon seit Langem war mir klar, dass Joachim Meyerhoffs Bücher mir gefallen würden. Vielleicht ein Gefühl oder die Tatsache, dass er viel mit Knausgaard verglichen wurde, gaben mir schon beim Anblick der drei Romane ein gemütliches, vorfreudiges Gefühl. Dass ich dennoch so lange gebraucht habe, bis ich Alle Toten fliegen hoch – Amerika angefangen habe, lag wohl daran, dass ich nicht mehr neugierig war, ich wusste: es wird sehr gut.

Ich wollte endlich lernen, so zu gucken, als hätte ich ein Geheimnis, und nicht, als wäre mir die Welt eines. So, als wäre ich voller Rätsel und nicht die Welt ein Riesengroßes.

Enttäuscht worden bin ich nicht. Der Roman hat mir sehr gut getan, hat mich berührt und lange nicht losgelassen. Es ist die Geschichte eines Jungen, der aus einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein ausbricht und ein Abenteuer in Amerika erlebt, das ganz anders verläuft, als er es sich vorgestellt hatte. Und doch zu einer der intensivsten und bedeutendsten Erfahrungen seines Lebens wird. Es geht um das Erwachsenwerden und die Liebe, aber besonders auch um Familie und was es heißt, große Verluste zu erleiden.

Ich wartete auf die Eruption meines Kummers. Doch sie kam nicht. In Orange, Schwefelgelb und Grün köchelten die Quellen in terrassenförmigen Becken.

Also für alle, die dieses Buch immer noch nicht gelesen haben: tut es. Ich habe gerade mit dem zweiten Band angefangen und kann schon nicht mehr aufhören.

Joachim Meyerhoff: Alle Toten fliegen hoch – Amerika. Kiepenheuer und Witsch, 2013. 336 Seiten. € 9,99.

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